Internationales
Jüdisches Jugenddorf
“Anachnu – Wir Marc Chagall Hof ”
Auguststraße
11-16
10117 Berlin

Gesamtkonzept
Juli 2005/November 2008
Initiativgruppe
Internationales Jüdisches Jugenddorf Berlin
"Anachnu - Wir Marc Chagall Hof“
Cecilienstraße 63
12683 Berlin
Tel und Fax 5421073
Röza
Pro£
Harry Hornig
Prof. Dr. Karl Sommer
Bernhard Leisering, Dipl.- Ing
Inhalt
Seite
1.
Deckblatt
1.
2. Inhaltsverzeichnis 2.
I.
1. Die Grundidee und Konzeption vom
Jugenddorf „Anachnu
- Wir Marc Chagall
Hof“
3
1.2 Die Tätigkeitsfelder und
Angebote
6.
1.3. Die Vermarktung und
Auslastung
.9
1.4. Die
Vorhabensträger
11
1.5. Der
Investitionsbedarf
11
1.6. Grobberechnung der
Rentabilität
12
II. Bauliches und Architektonisches
Konzept
13
1. Grundriß
14
2. Die Häuser in der Auguststraße 11 –
16
15
3. Analyse der Gebäudestruktur hinsichtlich der
neuen Nutzung
4. Darstellung der neuen
Nutzung
16
4.1 Bauteil
A
17
4.2. Bauteil
B 18
4.3. Bauteil
C
19
4.4. Bauteil
D
20
4.5. Zusammenfassung Bauteil A bis
D
21
4.6. Bewertung des
Projektes
22
5. Grobkostenschätzung
23
Vorhabensbeschreibung
Grundidee zur Konzeption
Internationales
Jüdisches Jugenddorf
„Anachnu - Wir Marc
Chagall Hof „ - Berlin
In einer der Stätten wo einstmals reges jüdisches Leben pulsierte: Auf den Grundstücken in der Auguststraße 11-16
Wir nennen unser Projekt zur Schaffung eines Begegnungszentrums für und
mit jüdischer Kultur im weitesten Sinne dieses Wortes ein Jüdisches
Jugenddorf weil unsere Idee für das Jugendzentrum so komplex ist, wie es
andere Jugenddörfer auch sind. Es soll nicht eine Jugendherberge, kein
reines Internat aber auch keine reine Schule sein, sondern Aspekte von
all dem und vieles mehr vereinigen.
Die Schaffung eines Internationalen Jüdischen Jugenddorfes bedeutet die
Schaffung einer bisher in dieser Form nicht existierenden jüdischen
Einrichtung, deren Bedeutung sowohl für die Jüdische Gemeinschaft von
Berlin aber vor allem auch für Juden und vor allem junge Juden
aus Europa und der ganzen Welt von besonderen Wichtigkeit sein
wird. Mit seinen Möglichkeiten hier Quartier zu beziehen und zugleich alle
kulturellen und sonstigen Möglichkeiten des Zentrums und der anderen
jüdischen Einrichtungen wie auch Möglichkeiten der Stadt Berlin und
Umgebung zu nutzen, wird es einen einzigartigen Anziehungspunkt für
Berlin und zugleich für die Jüdische Gemeinde zu Berlin darstellen.
Ale bisher geführten Gespräche mit Vertretern von vor allem von Institutionen
in In- und Ausland und ähnlicher Vereine, wie
der unsrige bestätigen die Wichtigkeit der Schaffung eines solchen
Begegnungszentrums inmitten von Berlin.
Wie Erfahrungen anderer Jugenddörfer beweisen, garantieren die Einnahmen
vor allem durch die angebotenen Übernachtungen und hier auch die Gastronomie, eine
Deckung der benötigten Kosten einschließlich der Kosten für die Instandsetzung
der Gebäude.
Zugleich können durch das Projekt auch andere Belange der Jüdischen
Gemeinde mit berücksichtigt werden, ja ein Bestandteil des
Gesamtprojektes darstellen – wie etwa der Gedanke Teile der Jüdischen
Oberschule in einem der Teilgebäude zu unterbringen oder eine
Anzahl der Betten als Internat für die Jüdische Oberschule zu
reservieren.
Für wen ist das Projekt gedacht?
Es ist in vielen Ländern zur Gewohnheit geworden, daß Jugendliche nach der Schule vor der endgültigen Berufsentscheidung auf Reisen gehen,
durch Jobben den Aufenthalt in fremden Ländern verdienen.Israelische
Jugendliche, wie Jugendliche aus vielen aus Deutschland in die ganze Welt
emigrierten vor allem jüdischen Familien, besuchen immer öfter Europa auf der
Suche nach den Spuren ihrer Angehörigen.
Unterwegs in Richtung Osteuropa machen sie gerne
eine Zwischenstation in Deutschland und dabei erfreut sich Berlin naturgemäß
der größten Beliebtheit.
Andererseits
gibt es ein immer wachsendes Interesse von Klassen der verschiedensten Stufen, oder
anderer Gruppen von Kindern und Jugendlichen in Ausflügen Deutschland als ihre Heimat kennen zu lernen. Berlin, als die alte –
neue Hauptstadt gewinnt hier allumfassend an Bedeutung.
Auch alle Formen des Jugend- und Schüler
Austausches bekämen hier eine neue Möglichkeit Berlin zu erschließen.
Die schwerpunktmäßige Orientierung auf Kinder und Jugendliche hat bei aller
Notwendigkeit, für diese Altersgruppe Sorge zu tragen, auch ökonomische Gründe.
Gegenüber anderen Tourismusformen ist gegenwärtig nachweislich der Schüler-,
Jugend- und Familientourismus durch ein überdurchschnittliches Marktwachstum
gekennzeichnet. Das Reiseziel Deutschland erfreut sich dabei sowohl vom
Quellenmarkt Deutschland als auch vom Quellenmarkt Europäisches Ausland her
einer überdurchschnittlichen Nachfrage.
Die Grundidee des
Internationalen Jüdischen Jugenddorfes Berlin. „Anachnu
- Wir Marc Chagall Hof' basiert auf den bisherigen Erfahrungen von an
mehreren Orten bereits existierenden oder im Bau befindlichen Jugenddörfern, die eine sehr große Popularität bei
Jugendlichen – übrigens auch bei jüdischen Jugendlichen – (wie etwa Gnewikow für die Jüdischen Studentenverbände oder die
Kinderlager des Weltkongresses russischsprachiger Juden ) gefunden haben und
damit eine Auslastung über das ganze Jahr erfahren.
Das Interesse an Berlin, aber auch an einem Jugenddorf dessen konkreter
Schwerpunkt die Begegnung mit dem Judentum ist, gekoppelt an den
Standort Auguststraße, ist eine Garantie für den Erfolg. Dabei ist auch der
finanzielle Erfolg gemeint
Bei der Formulierung einer Nutzungskonzeption
für Objekte in denen einstmals jüdisches Leben von Berlin pulsierte,
darf man heute, im Jahre 2008 auf keinen Fall jene Entwicklung aus dem
Auge verlieren, die dazu geführt hat, dass man Jahrzehnte lang
nicht von einem Jüdischen Leben in dieser Stadt sprechen konnte.
Die historische Entwicklung der letzten 20 Jahre hat dazu geführt, dass
die Zahl der in Deutschland und Berlin lebenden Juden gewachsen
ist. Und nach einer Zeit der Zurückhaltung und Zurücknahme
eigener Persönlichkeit, treten nunmehr Juden in das öffentliche Leben.
Sie gewinnen an Selbstsicherheit und fangen an ihre Bedürfnisse
anzumelden. Es entstehen immer mehr neue Strukturen
außerhalb der großen Einheitsgemeinde, sei es als Vereine oder andere
Gruppierungen, die jüdisches Leben und das Zusammenleben mit anderen
Einwohnern dieser Stadt im Alltag meistern.
.
Es gab in Berlin , wie im Vorwort zum ersten Band des Buches
„Synagogen in Berlin „ vermerkt, 12 Synagogen, die über mehr als
2000 Personen Platz boten, hinzukamen 70 Vereins-Synagogen und eine
ungezählte Zahl privater Beträume.
Doch das Leben der Jüdischen Gemeinschaft erfasste alle Seiten des Lebens,
das erkennt man allein, wenn man die Liste, der damals existierenden
Vereine etc sich einmal anschaut.
Es ist gut, dass es in einer Interimszeit, in der die Zahl der Juden in
Deutschland sich weder mit der
Vergangenheit jüdischen Lebens noch mit dem Ausüben eigener Kultur u.a.m. beschäftigen konnte, andere sich dessen
angenommen hatten.
Doch nunmehr verändert sich die Situation und es kommt darauf an, an
authentischen Orten wieder Authentisches zuzulassen.
Das Projekt Internationalen
Jüdischen Jugenddorfes vereint drei
Aspekte zu einer Ganzheit
1 Durch die Schaffung eines Zentrums in dem entsprechend bezahlbare Unterkünfte für „temporäres Wohnen" für junge und weniger vermögenden Menschen angeboten werden können vielfältigste Formen des Jugendtourismus nach Berlin belebt werden bzw. geschaffen werden.
Bei der Entstehung entsprechender Bedingungen, die vor allem durch die kulturellen und sonstigen Angebote des Vereins Marc Chagall e.V. in Zusammenarbeit mit allen anderen jüdischen Institutionen der Stadt gewährleistet werden, ist eine ganzjährige Belegung der angebotenen Unterkünfte möglich. Und damit eine entsprechende Refinanzierung der benötigten Mittel-
Geht man davon aus, dass es bis auf wenige
Ausnahmen keine Möglichkeiten bisher gibt für Jugendliche in
Berlin eine Unterkunft zu finden die kostengünstig, in der Stadt gelegen und mit einem besonderen auch kulturellen und
sportlichen Angebot ausgestattet ist –kann dies die Chance
unseres Vorhaben darstellen : Temporäres Wohnen für Jugendliche aus allen
Ländern der Welt, die auf der Suche nach den Spuren ihrer Familien sind, für
junge Familien, Schulklassen, Gruppen. die das Erlebnis Berlin und die
Begegnung mit dem neuen Judentum
suchen, aber auch für junge vor allem
jüdische Künstler – die wie einst Marc Chagall hier Inspiration finden
wollen, sowie für Schüler der entstehenden
jüdischen Einrichtungen, die in der Stadt verweilen wollen, zu schaffen. Hier wird
ihnen in den Einrichtungen des Zentrums geboten, was sie an die Stadt und ihre
Bewohner näher bringt.
Die Erfahrungen anderer Internationaler
Jugenddörfer: auf Rügen in Ummanz und
Juliunruh, in Greifswald, oder in Gnewikow in der Nähe von Neurupin
sowie der im Entstehen begriffenen in Oberhof und Stralsund haben bewiesen wie
gerne solche Angebote, die nicht nur
Schlafstätte sein wollen, angenommen werden. Die Entwicklung einiger Projekte
in der Stadt zeigen, dass es ein solches Bedürfnis gibt.
2. Die vielfältigen, weltoffenen, attraktiven Angebote an Kulturarbeit
im weitesten Sinne des Wortes, die
vor allem auch die Selbstbetätigung der bereits seit Jahren bestehenden
verschiedensten jüdischen Vereinigungen die bei der jüdischen
Gemeinde zu Berlin geschaffen wurden, mit einschließen , die an die reichen
Traditionen des europäischen Judentums anknüpfen ;die
Möglichkeiten von Sport und Spielen, die auch die Vorbereitung von eigener Selbstverteidigung einschließen, werden ein
aktiver und einzigartiger Beitrag für Aufklärung und im Kampf gegen
Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus darstellen..
Klubähnliche, das Publikum anziehende Formen, wie sie ehemals als
Straßen - Cafés, Konzert- und Restaurationsbetriebe in Verbindung mit Kunst und
verschiedenen Persönlichkeiten, für Berlins Weltoffenheit bekannt waren ;
- die Einrichtung von Ausstellungsräumen, die unter anderen
eine ständige Ausstellung mit wechselnden Arbeiten jüdischer und
aus Osteuropa kommenden und in Deutschland lebenden Künstler und
deutschen Künstlern, die sich dem Gedanken der Integration widmen ;
- wo für Kinder und Jugendliche durch die Möglichkeit einer
regelmäßigen Beschäftigung mit Kunst und Kultur unter professioneller
Anleitung, wesentlich zu Identitätsfindung und der
Entwicklung eines eigenen Selbstgefühls beigetragen werden kann
einschließlich der spezifischen Mitteln und Möglichkeiten eventuell auch
einer Musik, Kunst oder gar Schauspielschule, können hier vereint
werden.
Unser Jugenddorf in Berlin wird insbesondere vielfältige Aus-,
Weiterbildungs- und Selbstbetätigungsmöglichkeiten bieten, die
als Teilprojekte vom Förderverein Marc Chagall e.V. in direkter Kooperation mit
der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und ihren Assoziierten Vereinen betreut
werden.
Neben dem Angebot die Stadt und ihre Umgebung kennen zu lernen, werden hier vereint durch die Aktivitäten des Fördervereins Mare Chagall e.V. die verschiedensten vor allem jüdischen und osteuropäischen Künstler, Maler, Musiker, Schauspieler, Puppenspieler u.ä.m. die seit Jahrzehnten in die Stadt gekommen sind, verschiedene Kurse, Arbeitsgruppen, Beschäftigungen etc anbieten.
Die Betätigung, die sowohl den Jugendlichen Gästen, wie Menschen aus dem Territorium angeboten werden reichen von einer Selbstbetätigung in Malzirkeln, Fotozirkeln, Musik, bis hin zu den modernsten Medien – Film, Fernsehen und Internet. Die Betreuung der letzteren erfolgt durch das im Gebäudekomplex befindliche Jüdische Fernsehen BABEL TV.
Ergänzt werden diese Angebote durch entsprechende kulinarische Möglichkeiten, die zu schaffen es sich direkt anbietet. Dadurch wird auch den Einwohnern der Stadt die Möglichkeit geboten werden jüdische Küche zu genießen, aber auch traditionelle jüdische Produkte und Waren aus Israel zu erwerben.
Ein Restaurant mit originären jüdischen und osteuropäischen Küche muß der Begegnungsstätte ihren Charakter geben. Ein Restaurant mit koscheren Speisen, wie sie alltäglich in den früheren jüdischen Haushalten gereicht wurden. Eine schmackhafte und reichhaltige Küche, die es so in Berlin noch nicht gibt. Rezepte, wie sie in den Küchen unserer Großmütter gekocht wurden. Ein Rabbiner überwacht die Küche und die dargebotenen Speisen und Getränke. Die lange bereits geplante und konzipierte Senderreihe aus einer jüdischen Studio-Küche könnte nunmehr Realität werden.
Zum Komplex könnte
auch gehören eine in dem Keller des Ahawa
Gebäudes gelegene Nachtbar,bzw. Jazz Keller...Das Restaurant ist eventuell mit dem Raum mit der Kleinkunstbühne
verbunden, die Jüdisches Theater präsentiert.
Hier im internationalen Jugenddorf Anachnu - Wir Marc Chagall Hof soll auch die im entstehen
begriffene Jüdische Medienakademie, und die Produktions
- und Studioräume von BABEL TV dem seit ca 12 Jahren in Berlin
existierenden ersten Jüdischen Fernsehprogramm in der Bundesrepublik
Deutschland ihren zukünftigen Platz finden. Ziel
ist die Erweiterung des bestehenden Jüdischen Fernsehprogramms auf
digitaler Grundlage mit einer Bundesrepublik- und dann Europa - weiten
Ausstrahlung.
Hier können dann sowohl die Programme von BABEL TV realisiert werden, wie Aufnahmen
die für und mit den Besuchern statt finden. BABEL TV könnte so, in erweiterter
Form, die wichtige Aufgabe der Vermittlung jüdischer Inhalte fortsetzen
Zusammenfassend kann man sagen
Das Internationale Jüdische Jugenddorf schafft die
Möglichkeit alle Künste auszuüben, sich auszuprobieren - von der Malerei,
über Fotografie zum Video, aller Sportarten vom Schach bis zum
Volleyball, Internet und mechanischen Spielen.. Seminare, Tanz, Gesang
und die Medienakademie des einzigen unabhängigen Jüdischen Fernsehens
BABEL TV.. - ein Vollangebot, das kaum
Wünsche offen lässt. Und das alles in einer einzigen Anlage! "Da ist etwas
los!"
3. Die geplanten Einrichtungen werden die Möglichkeit schaffen bisher
arbeitslose, vor allem jüdische Zuwanderer, zu beschäftigen. Auch ihnen
in aktiver Form, durch Selbstbetätigung die einzigartige Chance geben die Suche
nach der eigenen Identität zu unterstützen und die Rückkehr zu den jüdischen
Wurzeln ihrer kulturellen Zugehörigkeit ermöglichen Es wird aber zugleich ein Beitrag
sein, sie auf dem Weg zur Integration in die Deutsche Wirklichkeit zu
begleiten. Hier könnten auch die vielen Initiativen gebündelt werden, die von einzelnen Vertretern der jüdischen
Emigranten angestrebt werden. Dazu wird das Angebot an Workshops, Seminaren
u.ä. dienen.
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt des Projektes, ist die Absicht
mit dieser Einrichtung ein Modell zu schaffen, für den Versuch der Integration
von meist sozial abhängigen Immigranten in eine neue Umgebung, in
Zusammenarbeit mit Deutschen, als Selbsthilfe, möglichst mit eigenen Kräften.
Nach vielen Versuchen existierende Strukturen zu nutzen um selbst zur Sprache
zu kommen, und nicht andere über sich sprechen zu lassen, soll hier
Eigeninitiative im Vordergrund stehen.
Mit dem Betrieb solcher Jugenddörfer wird
dem großen Bedürfnis unserer Kinder und Jugendlichen nach immer
niveauvolleren und hochwertigen Bildungs-, Begegnungs-, Freizeit- und Erholungsstätten
Rechnung getragen. Ganzjährig nutzbar, wird das "Internationale Jüdische
Jugenddorf Marc-Chagall-Hof Berlin" eine bedeutende Freizeitinfrastruktur
besitzen denn wie oben beschrieben sie
wird nicht nur den Hausgästen des Jugenddorfes aus ganz Europa und der
Welt, sondern auch anderen Gästen, die im Umfeld weilen, zur Verfügung stehen
Die angedachte und hier
vorgelegte Nutzungskonzeption leitet sich von den Absichten ab, aus dem
einstmaligen neuen Jüdischen Krankenhaus – eröffnet bereits 1755, und den
später entstandenen Gebäuden dieses
Komplexes, die dann das bekannte Kinderheim Ahawa beherbergten und nach dem Krieg als drei Schulen
genutzt wurden und damit zur jüdischen Geschichte seit frühesten Zeiten
gehörenden Grünstücken, eine für das Heute adäquate
Einrichtung für jüdische Jugendliche aus aller Welt für interessierte junge Deutsche,
und vor allem auch osteuropäische Besucher der Stadt und zugleich für die
Mitglieder der Jüdischen Gemeinde und die jüdischen Einwanderer zu
schaffen. Gleichzeitig soll es ein Zentrum sein in dem die Begegnung
zwischen dem „Andersseienden„ und dem Deutschen einen aktiven Beitrag für
die Erziehung zur Toleranz leisten soll und Beispiele einer aktiv
realisierten Integration schaffen wird.
Betrachtet man unser Hauptziel Jugendtourismus in
die Stadt zu bringen, eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der
Stadt zu initiieren und mit „Hilfe durch Selbsthilfe"
real werden zu lassen, die vorhandenen menschlichen Fähigkeiten für die Ziele
der tatsächlichen Integration zu bündeln und somit ein vielleicht vorerst
einmaliges Modell zu schaffen, stehen diese nicht im Widerspruch zu den
Inhalten auch einer städtischen Sanierungskonzeption,in
deren Mittelpunkt doch die Verbesserung der Lebensqualität der im Gebiet
lebenden Menschen. steht. Bei
Inbetriebnahme wird das Jugenddorf - neben komfortablen und dabei äußerst
preisgünstigen Übernachtungs- und Versorgungsmöglichkeiten - über ein in Berlin
vergleichsweise attraktives Angebot an
Freizeit-, Sport-, Spiel-, Bildungs- und Erholungsbereichen verfügen Schon
einmal hat die BVV des Bezirkes Mitte 2002 einer solchen Konzeption,
damals für das „Minna Schwarz Heim“ mit Begeisterung zugestimmt
Die Zahl der vorhandenen, für temporäres Wohnen geeigneten Wohneinheiten, aber auch die vorhandene Möglichkeit sowohl entsprechende Räume für Freizeitangebote aller Art einzurichten, wie auch die Großzügigkeit des Hofbereiches, machen die Verbindung der Grundstücke, zu einer Erfolgsgarantie.
Hinzu kommt die geografische Lage : unmittelbar an
einer U-Bahn bzw S-Bahn Station gelegen; wenige
Haltestelle vom Alexanderplatz entfernt unweit der Oranienburgerstraße der
Friedrichstraße und des Scheunenviertels, wo es viele
Stätten gibt, die Zeugnisse der Berliner Geschichte sind und nunmehr auch
über das wiedererstandene jüdische Leben erzählen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des "Jüdischen Jugenddorfes Anachnu - Wir Marc Chagall Hof' ist das dem Bildungsstand und der Interessenlage von Kindern und
Jugendlichen gemäße Erschließen der reichhaltigen Kunst-, Kultur- und
Geschichtslandschaft Berlins und Brandenburgs. Die vom vielseitig nutzbaren Jugenddorf aus leichte Erreichbarkeit vielzähliger international bekannter und bedeutender
Kultur- und Gedenkstätten der Hauptstadt und ihrer Umgebung ( Neurupin, Rheinsberg,
Potsdam, Sachsenhausen, Ravensbrück, Frankfurt/Oder, auch Schwerin,
Ostseebereich u. a.) wird den Wünschen insbesondere höherer Schulklassen bzw.
junger Erwachsener gerecht werden
Die hier angedachten Freizeitangebote sind zugleich die Garantie für eine Öffnung des Zentrums auch für die Umgebung und somit für Interessenten aus der Berliner Bevölkerung in erster Linie Jugendliche. Es ist eine Garantie für die Realisierung des tiefsten Anliegens des Berliner Jugenddorfes Anachnu - Wir Marc Chagall Hof – eine einzigartige offene Begegnungsstätte mit dem lebendigen Judentum zu schaffen.
Damit möchten die Initiatoren zugleich auch im Namen vieler deutscher und ausländischer Künstler in Berlin und Umgebung - gerade in einer Zeit wachsender
Bereitschaft zur Gewalt und Intoleranz gegenüber Minderheiten - zur Wiederbelebung
des einst regen kulturellen jüdischen Lebens an traditionsreichen Stätte
beitragen.
Das besonders förderwürdige an unserem Vorhaben ist der Aspekt dass diese
Begegnungsstätte zugleich im Gedenken an die Geschichte eine besondere Form der
Ehrung der Holocaust Opfer und ihrer Hinterbliebenen darstellen soll, als einer
lebendigen Begegnung mit den Traditionen, der Geschichte und Gegenwart, die
durch den jüdischen und osteuropäischen Akzent der verschiedensten Angebote in
den Mittelpunkt gestellt wird
Dazu zählt auch die Förderung von Verständnis für andere Sitten und
Gebräuche, die Pflege jüdischer Feiertagstradition, Einführungen,
Gespräche Diskussionen über alle Fassetten des jüdischen Lebens,
originäre Angebote der Bildungsstätte für Musik, Kunst und Kultur.
Diese konkreten Angebote sind es auch, die Jugendliche anziehen werden. So etwa
werden besondere Arten die jüdischen Feiertage zu feiern jedes Jahr im Programm
stehen.
Hier können auch alle Institutionen und Organisationen, die sich mit den
Studien etwa zum jüdischen Recht, oder anderen Fassetten jüdischen Leben
beschäftigen - für die Darstellung ihrer Ergebnisse für ein
Publikum, das größer sein könnte, als das bisherige einen Platz finden.
Solche Möglichkeiten gibt es in der
Stadt bislang nicht.
Wir haben die Erfahrung gemacht, wie alle anderen auch, dass nur Erziehung zur
Toleranz, Bildung und exakte Information sowie die persönliche Begegnung dem
Vormarsch des Antisemitismus entgegenwirken kann. Aus solchen Gründen haben die Autoren des Projektes bereits 5 so
genannte "Internationale Jugenddörfer" in Deutschland
aufgebaut. Das von ihnen als erstes auf der Insel Ummanz/Rügen
im Jahr 1997 eröffnete "Jugenddorf Ummanz" kann auf eine nun inzwischen mehr als
zehnjährige, äußerst erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken.
Viele Jahre meinte man offiziell der
Antisemitismus wäre mit den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges aus der Welt
und vor allem aus der deutschen Gesellschaft verschwunden.
Heute sprechen nicht nur wissenschaftliche Untersuchung
allen Ortes davon, dass die Wirklichkeit
anders ist. Und daher ist gerade heute aus aktuellen
Anlässen dem Weiterführen bzw. Schaffen solcher Einrichtungen wie die angedachte Begegnungsstätte größte Bedeutung
beizumessen. Solchen Erscheinungen wie Kriminalität, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus im Kindes- und
Jugendalter kann nur durch Maßnahmen mit Dauercharakter und
Langzeitwirkung begegnet bzw. vorgebeugt werden. Auch aus der eigenen,
nun schon jahrzehntelang an Universitätsforschungs- und -lehreinrichtungen
ausgeübten beruflichen Beschäftigung mit Entwicklungsprozessen im Kindes- und
Jugendalter kann
Prof. Sommer, Mitglied unserer Initiativgruppe und Mitautor dieser
Konzeption die dringende Notwendigkeit des Aufbaus von kindes- und
jugendgerechten Bitdungs-, Begegnungs-, Freizeit- und Erholungsstätten
ableiten
Diesem Ziel unter anderem ist das Vorhaben
„Internationales Jüdisches Jugenddorf Berlin“ gewidmet.
Hier in der Auguststraße, wo einst wie die
Untersuchungen zeigen, sehr viele Juden gelebt haben, ist der richtige Platz für das Entstehen
eines Zentrums der Begegnung mit dem lebendigen Judentum in Gegenwart und
Geschichte. Hier können neue Formen des Zusammenlebens entwickelt werden.
Zu dieser Konzeption zählt auch das Aushängeschild, der Name "Marc
Chagall".
- Gesprächskreise über
jüdische Sitten und Gebräuche,zur Geschichte der
Juden in Berlin mit heutigen und ehemaligen jüdischen Bürgern der Stadt,
auch als ein Angebot für die Schulen. Sind genauso geplant wie
der seit 2002 angedachte Runde Tisch der
Religionen
Eines der wichtigsten Aspekte des Projektes, was in besonderer Weise
zu
unterstreichen ist, ist die Absicht mit dieser Einrichtung ein
Modell zu schaffen,
für den Versuch der Integration von Immigranten in eine neue Umgebung, in
Zusammenarbeit mit Deutschen, als Selbsthilfe, möglichst mit
eigenen Kräften.
Der im weiteren angeführte Grobfinanzierungsplan weist
auf, dass für die Realisierung des vorliegenden Projektes in allen seinen
Phasen die Summe von ca. 11 Millionen Euro benötigt wird. Diese sollte mit
Unterstützung Seitens aller an diesem Projekt interessierten Stellen,
Institutionen, Persönlichkeiten etc. durch entsprechende Förderungen aus
Europäischen und ähnlichen Fonds zur Förderung ähnlicher Initiativen ,
einer zugesicherten finanziellen Unterstützung seitens einiger Stiftungen und
Banken sowie Seitens der interessierten Senatsverwaltungen beigebracht
werden.
Die Vermarktung und Auslastung
Zur Schaffung zeitgemäßer Einrichtungen für den Kinder-, Jugend- und
Familientourismus im weitesten Sinn gibt es sicherlich verschiedene
Wege. Mehr und mehr jedoch festigt sich der Eindruck, daß privat geführte moderne und
jugendgerechte Einrichtungen von den Belegungszahlen her gesehen einen
Vorsprung erzielen. Permanent von Fördermitteln abhängige Einrichtungsformen
werden zukünftig wohl stark unter Druck geraten. Rentables Arbeiten ist mit den
von uns angestrebten Jugenddörfern möglich. Es ist auch eine eigene Form
die jüdischen Traditionen vor allem des liberalen Judentums Hilfe durch
Selbsthilfe zu leisten neu zu beleben.
Mit Konzeption, Ausstattung und Betrieb hebt sich das Jugenddorf deutlich von
bestehenden Einrichtungen ab. Es soll wie
oben beschrieben eine Mischform entstehen, die einerseits jungen
jüdischen Künstlern aller Richtungen die Möglichkeit bietet für sie bezahlbare
Ateliers zu mieten andererseits wird das Jugenddorf ein Zentrum des
Kinder, Jugend und Familientourismus sein. Mit der Orientierung auf
Klassenfahrten einerseits (Belegungen in der Regel von Montag bis
Donnerstag/Freitag während der Schulzeiten!), andererseits auf Sonderangebote an Wochenenden (u.a.
für Familien, Tagesausflügler, Wochenendfahrten, Sport-, Kultur- und Wandergruppen) sowie während der
Ferien-/Urlaubszeiten (Ferienlager u.ä.) wird
eine vergleichsweise gute Auslastung über das Jahr hin erzielt werden.
Die inzwischen gewonnenen Erfahrungen mit
anderen Jugenddörfern kommen dem Betrieb des Jugenddorfes in Berlin zugute
Dabei wird die zentrale Lage in der Mitte Berlins, und Berlin selbst als
Europäische Metropole von Bedeutung für die nationale und internationale
Vernetzung sein.
Das Jugenddorf wird sowohl Kindern und
Jugendlichen aus der Region, als auch über unsere Verbindungen Kindern und
Jugendlichen aus ganz Deutschland und anderen Ländern zu erschwinglichen
Preisen zur Verfügung stehen. Dazu können vor allem die Möglichkeiten
des als Netzwerk ausgebauten Verbundes mit
den anderen Internationalen Jugenddörfern. Besonderes Augenmerk ist in
diesem Zusammenhang dem Schülertourismus in die Bundeshauptstadt Berlin
zu widmen, der nach der geradezu boomt: Die zwanglose Kombination des
von diesen Gruppen zu realisierenden, in den Augen vieler Schüler oft
"stressigen" Berlinprogramms mit
Sport, Spiel,
Geselligkeit, Begegnung, Erholung im komfortabel ausgestatteten und preisgünstigen
Jugenddorf mitten im Zentrum von Berlin wird sich nach Ansicht von Schülerreise‑
diensten bundes- bzw. europaweit großen Zulaufs erfreuen.
Einen besonderen Schwerpunkt sehen wir auch in dem wachsenden Interesse israelischer Jugendlichen, wie Jugendlichen aus vielen aus Deutschland in die ganze Welt emigrierten Familien, auf der Suche nach den Spuren ihrer Angehörigen in Deutschland oder in Osteuropa eine Zwischenstation in Berlin einzulegen. Hier wird auch ein besonderer Service Dienst in Verbindung mit den östlichen Nachbarn ausgebaut
Nutzer des Jugenddorfes können mit dem Jugenddorf eigene Programme vorbereiten und gestalten. Sie können sich aber auch in die Angebote des Jugenddorfes einklinken. Das Jugenddorf wird ein eigenes Jahresprogramm mit öffentlichen Veranstaltungen organisieren. Das Jugenddorf-Team wird außerdem ein umfassendes Fort- und Weiterbildungsangebot mit vielen Kursen betreuen. Dazu gehören auch besondere Angebote an Schulklassen und Lehrer, aber auch div. Organisationen, Vereine u. a. Das Jugenddorf stellt Infrastruktur und Atmosphäre für selbstorganisierte Trainingskurse, z.B. für Musikschulen, Tanzschulen, Sportorganisationen, bereit, fuhrt Exkursionen unterschiedlichster Art durch und liefert Ideen für innovative Informationskonzepte.
Die auf neue Weise
aufzubauende Beziehungen zu allen Jüdischen und Israelischen
Einrichtungen die den angesprochenen Tourismus befördern, insbesondere das
Staatliche Israelische Verkehrsbüro, der Deutsch-Israelische Jugendaustausch, Deutsch-Israelischer Jugendring und andere
ähnliche Reiseveranstalter, sowie die zahlreichen jüdischen
Studentischen Organisationen - und insbesondere die gefestigten und erfolgreichen Kontakte zu einer
Vielzahl renommierter Anbieter von Kinder- und Jugendreisen in
Deutschland (alpetour Starnberg, RUF-Reisen
Bielefeld, Deutsche Bahn AG Karlsruhe,
ADAC Jugend-Reisen, KIDS-Travel Dresden,
Bundeswehr-Sozialwerk, EVR Chetimitz, jts Erfurt, welcome berlin tours, Märkische
Schülerreisen, Lausitzer Schülerreisen, "Alte
Jeetze" Salzwedel, Reisebüro Klühspies
Halver-Oberbrügge, GTI Tours
Berlin, Solmeckes
Klassenfahrten Lünen,
Strelitz Reisen Neustrelitz, TUK International
Berlin, URS Schülerfahrten Saarbrücken,) gewährleisten eine gute
Auslastung von Beginn an. Das Jugenddorf Berlin wird wie die anderen Jugenddörfer in vielzähligen
zielgruppenspezifischen Katalogen dieser Reiseanbieter bzw.
-veranstalter deutschland-, z.T. Europa und Welt
verzeichnet sein. Wie andere Einrichtungen wird auch das Jüdische Jugenddorf
Berlin über das Internet abrufbar bzw. zu buchen sein. Da die derzeit in Berlin
und in der Region vorhandenen Kinder‑
und Jugend-Freizeiteinrichtungen kaum ähnliche Voraussetzungen haben bzw. nicht
entsprechend ausgestattet sind (hier komplett neue Einrichtungen, jedes Zimmer
mit Dusche und WC) und nicht die oben angeführten Angebote unterbreiten
können , wird das neue Jugenddorf in Berlin den heutigen Wünschen von
Kindern und Jugendlichen und Familien sehr entgegenkommen. Die
Mund-zu-Mund-Propaganda nach erfolgreichem Aufenthalt wird ein Übriges
zur Auslastungssteigerung beitragen.
Denkbar ist die Schaffung einer eigenen Filiale eines Reisebüros, die vor allem
Fahrten in die Gebiete von Osteuropa anbieten sollte oder in enger Kooperation
mit Israelischen Organisationen und Institutionen einen eigenen
Jugendaustausch mit Israel organisiert.
Die Vorhabensträger
Die Vorhabensträger sind teils schon seit langem in der Region ansässig; sie
kennen damit bestens die Belange der Region. Seit einigen Jahren ist es
das Bestreben der gesellschaftlichen
Kräfte im Gebiet der Auguststraße, gemeinsam mit den Behörden im Bezirk, der
BVV, der Betroffenen Vertretung, der Koordinierungsstelle für das
Sanierungsgebiet. Aber auch entsprechend den Auflagen der Jewish
Claims Conferense nach solchen Konzeptionen für
die Nutzung der Grundstücke in der Auguststraße zu streben, die die Möglichkeit
gewährleisten würden die Ziele der Sanierung mit der realen Chance zu
verbinden: wo einst Zentren Jüdischen Lebens waren – solche wieder entstehen
zu lassen. In diesem Sinne wurde bereits vor Jahren eine solche Konzeption
(damals noch für die Brunnenstraße 41) –auch von der BVV begrüßt Die hier
niedergeschriebene Konzeption verbindet alle bisherigen Gedanken zu einem
Ganzen und gibt durch die Verbindung
verschiedener Aspekte eine Garantie für einen auch finanziellen Erfolg. Die notwendigen Investitionen würden durch eine
GbR, der Betrieb durch eine GmbH vorgenommen
werden - ein Modell, das sich nicht nur beim Schaffen der bisherigen Jugenddörfer bewährt hat. Die Kooperation und
Koordination mit dem Verein der Freunde und Förderer des
Begegnungszentrums für Kunst und Kultur Mare Chagall e.V., der zugleich der
Förderverein des seit bald zwölf Jahren bekannten in Deutschland einzigen,
Jüdischen Fernsehprogramm markieren die andere Seite und die Besonderheit
dieses Projektes im Ensemble der Internationalen Jugenddörfern. Denkbar als
Betreiber ist aber ebenfalls, entsprechend anderer Erfahrungen, mit die
Schaffung einer Stiftung des öffentlichen Rechts, wie das in letzter Zeit
viele andere kulturelle Einrichtungen mit Erfolg realisiert haben. Bei
allen diesen strukturellen Vorschlägen ist die Verbindung mit der Jüdischen
Gemeinde zu Berlin stets gegenwärtig.
Der Investitionsbedarf
Der
Gesamtinvestitionsbedarf liegt bei 11.710 Mill. EUR (siehe Berechnung weiter
unten)
Durch Eigenmittel und Bankfinanzierung
sollen bzw. können maximal etwa 50 % aufgebracht
werden (zu hoffen ist, daß ein Teil dieser Gelder aus
Stiftungen oder ähnlichen Quellen gewonnen
werden kann). Das bedeutet, daß für die Realisierung
dieses Vorhabens ein Fördermittelzuschuß von
ca. 50 % erforderlich ist.
Aus bisherigen Erfahrungen könnte die folgende Form der Finanzierung
erfolgreich sein: Zur Unterstützung des Ausbaus der Liegenschaft zu einem
"Internationalen jüdischen Jugenddorf Marc-Chagall-Hof Berlin" werden
Fördermittel beantragt. Der Einsatz der Finanzmittel der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur"
wird durch das Regionale Förderprogramm festgelegt. Bei Erzielung eines
besonderen "Struktureffekts" kann von einem "erhöhten
Regelfördersatz von 35 % ausgegangen werden. Dieser Fördersatz kann bei
Investition durch kleine und mittlere Unternehmen ("KMU") um weitere
15 % auf einen Rahmenhöchstfördersatz von 50 % erhöht werden. Es sind aber auch
andere Formen , so etwa die Bewerbung um Europäische Mittel denkbar.
Grobberechnung der Rentabilität
allein unter Berücksichtigung der Einnahmen aus der Vermietung der Betten. (ohne
Berücksichtigung anderer Formen der Vermietung durch etwa durch
Künstlerateliers etc.)
Betrachtet man die Grundstücke auf dem das Internationale Jüdische
Jugenddorf Mark Chagall Hof eingerichtet wird als Einheit ‑
ergibt sich ein Mittelbedarf fur die Modernisierung, Instandsetzung und die Einrichtung
entsprechend der vorliegenden Konzeption von insgesamt
11.710.000,00 €
für
422 Betten.
Die ursprünglichen Gespräche gingen von einer vereinbarten
Pacht für die Erbpacht auf 50 Jahre aus ( mit einer Option auf
Verlängerung) die beträgt
3% jährlichen Zins von 3.000.000,00 = 90.000,00 €
Rechnet man mit dem in den auch in den anderen Jugenddörfern üblichen Preis von
im Durchschnitt 20,00 E pro Bett und Nacht ergibt das
bei einer100% Belegung 8.440,00€ pro Tag
bei einer 80% Belegung 6.752,00€ pro Tag
|
Pro Tag |
Monat |
Jahr |
|
8.440,00€ |
202.560,00€: |
2.430.720,00€ |
|
|
|
Eigenanteil |
Bauk.-Zusch. |
Öftl.Darlehen |
|
Gesamtkosten |
11.710.000,00€ |
5.855.000,00€ |
2.927.500,00€ |
2.927.5000,00€ |
|
|
|
|
|
|
|
Mieteinnahmen |
2.430.720,00€ |
|
|
|
|
Tilgungsrate |
|
58.550,00€ |
|
|
|
Zinsen/a |
|
298.605,00€ |
|
|
|
|
|
357.155,00€ |
|
|
|
Pacht im Jahr |
|
90.000,00€ |
|
|
|
|
|
|
|
|
Zur nochmaligen Verdeutlichung hier die Kennzahlen:
Investitionsbedarf
Gesamt
11,710 Mill €
Eigenmittel
5,855 Mill €
Baukostenzusch.
2,928 Mill €
Öffentl.Darlehen
2,928 Mill €
Pacht
jährlich
90.000,-€
Betriebergebnis mit
422 Betten
Auslastung
100 % = 154.030 Übernachtungen
70% = 107.821
60% = 92 418
50% = 77.015
Erlöse je Übernachtung
Übernachtung + Verpfl.
25,00 €
Nebenkosten
5,00 €
Wareneinsatz
5,00 €
Rohertrag
25,00 €
Personalkosten
7,10 €
Übrige Betriebskosten
7,74 €
Betriebsergebnis
10,16 €
Es wurde angenommen, dass der Eigenanteil zu 100% bankfinanziert wird zu
5,1%
Es wird angenommen, dass das öffentliche Darlehen fünf Jahre zins- und
tilgungsfrei ist.
Grundlage für diese Berechnungen waren die Berechnungen des Architekten Herrn
Leisering und des Ing. Günther Wiesemann und selbstverständlich die
vorliegenden Preislisten und Erfahrungen der anderen Internationalen
Jugenddörfern.
II.
Bauliches und architektonisches Konzept
Dipl.-Ing. Architekt Bernhard Leisering
Wildensteiner Str. 28 10318
Berlin 01.07.2005/ März 2008
Die folgende Studie soll untersuchen, wie und unter welchen Bedingungen in den
Gebäuden Auguststraße 11 bis 16 in Berlin — Mitte das Jugenddorf „Anachnu - Wir Marc Chagall Hof „ aufgebaut werden kann.
Dipl.-Ing. Architekt Bernhard Leisering Wildensteiner Str. 28 10318 Berlin 01.07.2005-14-
Internationales
Jüdisches Jugenddorf Marc-Chagall-Hof Berlin
1. Lageplan

2. Die Häuser Auguststraße 11-16
Diese Anlage umfasst die folgenden vier Gebäude
(A) Auguststraße 11-13
1927 — 1928 als Jüdische Mädchen — Volksschule errichtet
(Architekt Alexander Beer).
(B)
Auguststraße 14 — 16, Vorderhaus
1858 — 1861 als Verwaltungsgebäude des Krankenhauses der
Jüdischen Gemeinde errichtet
(Architekt E. Knoblauch).
ab 1914 für gemeinnützige Zwecke der
Gemeinde genutzt.
(C)
Auguststraße 14 —16, Seitenflügel
1876 als Siechenhaus der Jüdischen Gemeinde gebaut, ab 1896 Teil des Krankenhauses.
(D)
Auguststraße 14 —16, Quergebäude
1858 — 1861 als Krankenhausgebäude errichtet
(Architekt E. Knoblauch).
Ab 1914 als „AHAWA7, Zentrum jüdischer Kultur — und Sozialfürsorge,
Kinderheim.
Alle vier Gebäude bildeten nach 1947 einen Schulkomplex.
Seit Jahren ist hier kein Schulbetrieb mehr. Die Gebäude sind
ohne Nutzung.
Es sind in der Denkmalliste Berlin eingetragene Einzeldenkmale, die sich in der „Spandauer Vorstadt" (Denkmalensemble) befinden.
3. Analyse der Gebäudestruktur
hinsichtlich der neuen Nutzung
Sowohl die Auguststraße 11-13 (A) als auch der Seitenflügel Auguststraße 14 – 16 (C) und das Quergebäude (D) haben aufgrund ihrer ursprünglichen Nutzung als Schule bzw. Krankenhaus breite Flure mit einseitig oder beidseitig angeordneten, vom Flur aus erschlossenen großen Räumen. Die Strukturen sind klar und übersichtlich.
Durch das Belassen der Räume bzw. Zweiteilung und den Einbau zusätzlich notwendiger Sanitäreinheiten kann relativ gut das vorhandene Raumgefüge genutzt werden. Rettungswege mit den notwendigen Treppenhäusern sind für die Wohnbereiche im Bauteil A und D ausreichend vorhanden.
Der Seitenflügel C hat bereits im 1. OG einen Übergang zum Bauteil D.
Einen gleich gearteten 2. Rettungsweg könnte man in der 2. Etage, über dem jetzigen Verbinder herstellen.
Im Bauteil A befinden sich an der Trennwand zum Vorderhaus, Bauteil B,
große Räume (früher Turnhalle, Aula). Bei ähnlichen, zukünftigen Nutzungen wird hier ein 2. Rettungsweg notwendig werden.
Das Vorderhaus (B) besitzt die einzige große Hofdurchfahrt, für PKW und Feuerwehr auf jeden Fall geeignet. In diesem Gebäude sind kleinteilige Einheiten vorhanden, die gut für Verwaltungsfunktionen und z.B. auch für Medien genutzt werden können. Ein Ausbau der Dachräume (Bauteile B, C, D) wird nicht vorgesehen.
Die Kellerräume sind in den Bauteilen B und C nur bedingt nutzbar durch die dichte Säulenstellung. Hervorragend belichtet und von ordentlicher Raumhöhe sind die Souterrain –Räume im Bauteil D. Hier war z.B. schon immer Küchenbetrieb (Krankenhaus, Schule) und dieser sollte hier auch für den Gesamtkomplex entstehen.
Das Mädchenschulgebäude (Bauteil A) ist auch komplett
unterkellert.
Allerdings bei Raumhöhen von 2,10 bis 2,30 m (außer der
ehemalige Heizungskeller unter der
Turnhalle) nur für Nebenfunktionen, Haustechnik u.a.
nutzbar.
4. Darstellung der neuen
Nutzung
4.1 Bauteil A (Auguststraße 11-13)
Flächenberechnung BGF = Bruttogeschossfläche
NF = Nutzflächen
VF
= Verkehrsflächen
(Flure, Treppenhäuser, Aufzüge)
Σ FL = Summe aus NF + VF
(Nettogeschossfläche)
|
Etage |
BGF (ca. m2) |
NF (ca. m2) |
VF (ca. m2) |
Σ FL (ca. m2) |
Raumhöhen (m) |
|
Keller |
795 |
425 |
245 |
670 |
2,10-2,30 3,30 |
|
Erdgeschoss |
795 |
425 |
245 |
|
|
|
1. OG |
740 |
270 |
255 |
525 |
3,30 |
|
2. OG |
740 |
390 |
255 |
645 |
3,30 |
|
3. OG |
740 |
390 |
255 |
645 |
3,30 |
|
4. OG |
710 |
265 |
235 |
500 |
3,30 |
|
Summe |
4520 |
2165 |
1490 |
3655 |
|
|
Hauptnutzbereiche (ohne Keller) |
|
1740 |
1245 |
2985 |
|
Wie in der Funktionsskizze dargestellt, können folgende Wohnunterkünfte (Schlafräume mit Sanitärzelle) hier untergebracht werden :
2 BZ = Zweibettzimmer
4 BZ = Vierbettzimmer
(überwiegend mit Doppelstockbetten)
6 BZ = Sechsbettzimmer
(überwiegend mit Doppelstockbetten)
|
Etage |
2 BZ |
4 BZ |
6 BZ |
Summe Betten |
Wohnfläche m2 |
m2 / Bett |
|
Erdgeschoss |
2 |
2 |
2 |
24 |
138,00 |
5,77 |
|
1. OG |
2 |
6 |
|
40 |
234,50 |
5,86 |
|
2. OG |
2 |
6 |
2 |
40 |
234,50 |
5,86 |
|
3. OG |
2 |
6 |
2 |
40 |
234,50 |
5,86 |
|
4. OG |
2 |
6 |
2 |
40 |
234,50 |
5,86 |
|
Summe |
10 |
26 |
10 |
184 |
1076,00 |
5,85 |
Zusätzlich stehen ca. 665 m2 für Gruppenräume und Sport – und
Freizeitbetätigung (2 Säle mit 140 bzw. 120 m2) zur Verfügung.
4.2 Bauteil B ((Auguststraße 14 – 16, Vorderhaus)
Flächenberechnung :
|
Etage |
BGF (ca. m2) |
NF (ca. m2) |
VF (ca. m2) |
Σ FL ca. m2) |
Raumhöhen (m) |
|
Keller |
250 |
120 |
35 |
|
2,40 |
|
Erdgeschoss |
250 |
135 |
50 |
185 |
3,15 |
|
1. OG |
250 |
135 |
55 |
190 |
3,75 |
|
2. OG |
310 |
210 |
40 |
250 |
3,75 |
|
Summe |
1060 |
600 |
180 |
780 |
|
|
Hauptnutzbereiche (ohne Keiler) |
|
480 |
145 |
625 |
|
Diese Gebäude wird nicht für Unterkunftszwecke genutzt, sondern :
- Verwaltung
- Medienzentrum
- BABEL TV
- Veranstaltungsräume
. Einlasskontrolle
4.3 Bauteil C (Auguststraße 14 — 16, Seitenflügel)
|
Etage |
BGF (Ca. m2) |
NF (Ca. m2) |
VF (ca. m2) |
Σ FL (ca. m2) |
Raumhöhen (m) |
|
Keller |
365 |
130 |
80 |
210 |
2,70 |
|
Erdgeschoss |
365 |
205 |
85 |
290 |
4,70 |
|
1. OG |
365 |
205 |
85 |
290 |
3,95 |
|
2. OG |
365 |
205 |
85 |
290 |
3,95 |
|
Summe |
1460 |
745 |
335 |
1080 |
|
|
Hauptnutzbereiche (ohne Keller) |
|
615 |
255 |
870 |
|
Flächenberechnung :
Wie in der Funktionsskizze dargestellt, können folgende Wohnunterkünfte (Schlafräume mit Sanitärzelle) hier untergebracht werden :
|
Etage |
2 BZ |
4 BZ |
6 BZ |
8 BZ |
Summe Betten |
Wohnfläche m2 |
m2 / Bett |
|
Erdgeschoss |
|
2 |
2 |
1 |
28 |
162,00 |
5,78 |
|
1. OG |
_ |
2 |
2 |
1 |
28 |
162,00 |
5,78 |
|
2. OG |
_ |
2 |
2 |
1 |
28 |
162,00 |
5,78 |
|
Summe |
_ |
6 |
6 |
3 |
84 |
486,00 |
5,78 |
Zusätzlich stehen hier
in den Etagen noch ca. 84 m2 für Gemeinschaftsräume und 45 m2 für
Nebenfunktionen zur Verfügung.
4.4 Bauteil D (Auguststraße 14 — 16,
Quergebäude)
Flächenberechnung :
|
Etage |
BGF (Ca. m2) |
NF (ca. m2) |
VF (Ca. m2) |
Σ FL (ca. m2) |
Raumhöhen (m) |
|
Souterrain |
1050 |
655 |
200 |
855 |
3,23 |
|
Erdgeschoss |
950 |
580 |
210 |
790 |
4,39 |
|
1. OG |
950 |
580 |
210 |
790 |
4,35 |
|
2. OG |
950 |
580 |
210 |
790 |
2,85 |
|
Summe |
3900 |
2395 |
830 |
3225 |
|
Wie in der Funktionsskizze dargestellt, können folgende Wohnunterkünfte (Schlafräume mit Sanitärzelle) hier untergebracht werden :
|
Etage |
2 BZ |
4 BZ |
6 BZ |
8 BZ |
Summe Betten |
Wohnfläche m2 |
m2 / Bett |
|
Erdgeschoss |
2 |
2 |
1 |
4 |
50 |
397,00 |
7,94 |
|
1. OG |
3 |
2 |
1 |
4 |
52 |
417,00 |
8,02 |
|
2. OG |
3 |
2 |
1 |
4 |
52 |
417,00 |
8,02 |
|
Summe |
8 |
6 |
3 |
12 |
154 |
1231,00 |
7,98 |
Zusätzlich stehen in den Wohnetagen ca. 330 m2 für Gruppenräume und Nebenfunktionen zur Verfügung. Das Souterrain ist für die Speisenversorgung (Küche, Speiseräume) und auch bestens für Feizeitbetätigungen (z.B. Fitness, Sauna.) geeignet.
4.5 Zusammenfassung Bauteil A bis D (Auguststraße 11-16)
|
Bauteil |
BGF (ca. m2) |
NF (ca. m2) |
VF (ca. m2) |
Σ FL (ca. m2) |
|
Bauteil A Augustsb Bell - 13 |
4520 |
2165 |
1490 |
3655 |
|
Bauteil B Augustst. 14- VH. |
1060 |
600 |
180 |
780 |
|
Bauteil C Auguststr. 14-16, SF |
1460 |
745 |
335 |
1080 |
|
Bauteil D Auguststr. 14-16, Qu. |
3900 |
2395 |
830 |
3225 |
|
Summe |
10940 |
5905 |
2835 |
8740 |
|
davon Hauptfunk‑ tionsbereiche (ohne Keller) |
|
5230 |
2475 |
7705 |
Zusammenstellung der Unterkunftsräume (Schlafräume mit Sanitärzellen)
|
Bauteil |
2 BZ |
4 BZ |
6 BZ |
8 BZ |
Summe Betten |
Wohnfläche m2 |
m2 / Bett |
|
Bauteil A Auguststr.11-13 |
10 |
26 |
10 |
|
184 |
1076,00 |
5,85 |
|
Bauteil B Auguststr. 14 Vorderhaus |
-- |
-- |
-- |
-- |
-- |
-- |
-- |
|
Bauteil C Auguste.14-16 Seitenflügel |
-- |
6 |
6 |
3 |
84 |
486,00 |
5,78 |
|
Bauteil D Auguststr.14-16 Quergebäude |
8 |
6 |
3 |
12 |
154 |
1231,00 |
7,99 |
|
Summe |
18 |
38 |
19 |
15 |
422 |
2793,00 |
6,62 |
Aus den vorherigen Einzelbetrachtungen ergibt sich zusammenfassend die folgende Flächennutzung :
1. Fläche der Gästezimmer einschl. dazugehörender Sanitärbereiche,
für 90 Zimmer mit insgesamt 422 Betten 2.793 m2
2. Flächen für Gruppenräume, Freizeitbetätigung, Sport, Gastronomie u.a. 2.437 m2
3. Verkehrsflächen 2.475 m2
4. Nebenfunktionsflächen in den Kellern Bauteile A, B, C 675 m2
5.
Verkehrsflächen in den
Kellern
360 m2
Summe
Flächen
8.740 m2
4.6 Bewertung des Projektes
Der Gesamtkomplex Auguststraße 11 bis 16 ist sehr gut geeignet für die Nutzung als Internationales Jüdisches Jugenddorf. Mit einer Anzahl von ca. 420 Betten ist eine optimale Größe gegeben. Für eine zusätzliche Freizeitbeschäftigung und die Verpflegung der Gäste sind ausreichend Flächen vorhanden. Zusätzlich sind südlich und östlich der Gebäude größere Freiflächenbereiche, die in die Freizeitgestaltung integriert werden können.
Der Bereich Auguststraße 11-16 gehört zu der gesicherten und kontrollierten Fläche, die von der Oranienburger Straße 28 – 31 bis zur Auguststraße reicht. Diese Sicherheitsmaßnahmen würden auch zukünftig wirken. Da Jugend – Reisegruppen überwiegend mit Bussen kommen, muss in der Auguststraße vor den Häusern eine Halteverbot gelten, damit hier die Busse zum Be – und Entladen stehen können. Ein Parken der Busse auf dem Gelände ist nicht möglich.
Es ist zu erwägen, in das bestehende Sicherheitskonzept den vorhandenen Personenzugang
im Bauteil A (Auguststraße 11- 13) mit zu integrieren. Auch könnte hier eine öffentliche Gaststätte (ähnlich wie das „Kadima") entstehen.
Die Möglichkeit der behindertengerechten Nutzung der Gebäude ist zumindest im Bauteil D (Augu-%Lbtrd13e 14 – 16, Quergebäude) jetzt schon gegeben; dazu müsste nur der Aufzug reaktiviert und bis in das Souterrain verlängert werden. In diesem Bauteil können auch Zimmer entsprechend behindertengerecht hergestellt werden.
Im Bauteil A (Auguststraße 11-13) muss ebenfalls der Aufzug
im Haupttreppenhaus wieder hergerichtet werden. Für eine behindertengerechte
Erschließung müsste zusätzlich eine Möglichkeit zur Überwindung der
Höhendifferenz OK Gelände – OK Erdgeschoss geschaffen werden (Rampe, Hubtechnik
o.a.).
5. Grobkostenschätzung
5.1 Bewertung des Bauzustandes
Alle vier Gebäude sind zwar seit einigen Jahren leerstehend, aber trotzdem überwiegend in einem guten Zustand. Da sie bis vor einigen Jahren noch voll genutzt wurden, kann man davon ausgehen, dass auch ein gewisser Erhaltungsaufwand betrieben wurde.
Die Fassaden sind bis auf Bauteil B (Auguststraße 14 – 16, Vorderhaus) als Verblendfassaden ausgeführt; aber auch die Putzfassade des Vorderhauses ist relativ gepflegt und weitestgehend noch in der originalen Putzstruktur erhalten.
Schwerpunkte in den Fassaden sind sicherlich die Fenster (Holz – Kasten – bzw. Einfachfenster, überwiegend noch im Original erhalten).
Die Dächer sind alle sanierungsbedürftig, ob im Bauteil A als Flachdach oder in den drei anderen Gebäuden als flach geneigte Ziegeldächer. Hier sind auch die Dachstühle dringend zu reparieren bzw. zu erneuern. Ob eine Kontamination mit Holzschutzmitteln vorliegt, ist nicht bekannt. Durch den Nicht – Ausbau der Dachräume wird auch dieser Eventualität entsprochen.
Die Geschossdecken sind in den Bauteilen B bis D ab Decke zum 1. OG als Holzbalkendecken ausgeführt. Hier ist in einigen Bereichen (Decke zum Dach, Deckenbereiche von ehemaligen Nassräumen) mit Hausschwamm und anderen biotischen Schädigungen zu rechnen. Die Geschossdecken im Bauteil A sind als Stahlsteindecken ausgeführt.
Die Belastbarkeit der Geschossdecken für die neuen Funktionen wird nicht in Frage gestellt, da auch für die bisherige Nutzung (Schule, Krankenhaus) erhöhte Verkehrslasten nachgewiesen werden mussten. Eine Überprüfung muss trotzdem erfolgen.
Die Kellerräume weisen die üblichen Mängel auf (teilweise Feuchtigkeit in den Außenwänden), sind aber ansonsten in relativ gutem Zustand. Teilweise sind tragende Unterdecken eingezogen (vermutlich Trümmerschutz für Luftschutzkeller). Zum Gewinnen von Raumhöhen könnten die Konstruktionen wieder zurückgebaut werden.^
5.2 Baukosten
Im Rahmen dieser Arbeit kann noch keine detaillierte Kostenberechnung erbracht werden; es werden u.a. Erfahrungswerte und Kennwerte (€/m2 Nutzfläche) zum Ansatz gebracht. Zusätzliche Besonderheiten (Aufzüge, Küche, zusätzliche Rettungswege) sind mit berücksichtigt Damit ergibt sich die folgende Grobkostenschätzung :
|
Nach DIN 276 : Kostengruppe 200 : Kostengruppe 300 : Kostengruppe 400 : Kostengruppe 500 : Kostengruppe 600 : Kostengruppe 700 : |
Herrichten und Erschließen Bauwerk – Baukonstruktion Bauwerk – Technische Anlagen Außenanlagen Ausstattung Baunebenkosten (15 % der Kgr. 300 / 400 / 600). |
|
Bauteil |
Kostengruppe 300/400 |
Kostengruppe 600 |
Kostengruppe 700 |
Summe |
|
Bauteil A |
3.450.000 € |
305.000 € |
530.000 € |
4.285.000 € |
|
Bauteil B |
865.000 € |
50.000 € |
135.000 € |
1.050.000 € |
|
BauteilC |
1.175.000 € |
1000.000 € |
190.000 € |
1465.000 € |
|
Bauteil D |
3.470.000 € |
275.000 € |
555.000 € |
430.000 € |
|
Summe |
8.960.000€ |
730.000€ |
1.410.000€ |
11.100.000 € |
Kostengruppe 200 (Erschließung : 50.000 €
Kostengruppe 500 (Außenanlagen) 560.000 € (ca. 3700 m2)
Gesamtkosten 11.710.000 €
Die Kosten sind einschließlich 16 % MWSt angegeben.
- Orientierungswert :
Die Herstellungskosten belaufen sich damit auf ca. 27.750 E / Bett.

Dipl.-Ing. Architekt Bernhard Leisering Wildensteiner Str. 28 10318 Berlin 01.07.2005 – 25-i

......

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